Auswärtssieg in letzter Sekunde

Chiemgau Panthers besiegen die TS Herzogenaurach mit 65:62

Achterbahnfahrt für die Chiemgau Panthers: Nach einer starken ersten Halbzeit und einem Leistungseinbruch im dritten Viertel standen die Basketballer des TV Traunstein (TVT) am Samstagabend bei der TS Herzogenaurach am Rand einer Niederlage, konnten die Partie am Ende aber doch für sich entscheiden. Am 20. Spieltag der 2. Regionalliga Süd gewannen sie mit 65:62 und festigten damit ihren fünften Tabellenplatz, den sie nächsten Samstag im Heimspiel gegen den direkten Konkurrenten MTV 1879 München verteidigen wollen.

Panthers-Headcoach Aaron Mitchell musste auf seinen Sohn Adrian verzichten, der mit 22,5 Punkten der stärkste Punktesammler der Liga ist und verletzungsbedingt passen musste. Aber auch ohne ihren Kapitän begannen die Panthers konzentriert und schwungvoll. Stefan Gruber sammelte die ersten Punkte, Bartautas Linartas legte einen Dreier und David Heuwinkel zwei weitere Körbe nach. Ende der dritten Minute führte das Team von der Traun bereits mit 12:6. Nun kam Herzogenaurach auf und legte eine Serie hin, die fast zum Ausgleich geführt hätte. Youngster Devin Beraz besorgte mit einem Dreier die 23:20-Führung für die Panthers nach dem ersten Viertel.

In Daris Krivic drehte nun ein weiterer U18-Spieler der Traunsteiner auf und besorgte in kurzer Zeit sechs Zähler für sein Team. Zur Hälfte des Viertels führten die Panthers mit neun Punkten und konnten den Vorsprung in der Folge sogar noch ausbauen. Unter anderem Drei-Punkte-Treffer von Bartautas Linartas und Andy Stafford brachten ihnen eine 46:31-Pausenführung ein. Allerdings verloren sie David Heuwinkel, der eine Platzwunde am Kopf erlitt und nicht mehr eingesetzt werden konnte.

Chris Roll, hier beim letzten Heimspiel gegen den TSV Vaterstetten, sicherte den Panthers in Herzogenaurach in letzter Sekunde den Sieg. © Simon Brommer/Chiemgau Panthers

Sein Fehlen machte sich unter dem Korb bemerkbar. Die Gäste erlebten ein bitteres drittes Viertel, in dem ihnen nicht zuletzt aufgrund ihrer miserablen Wurfquote nur sechs Punkte gelangen. Ganz anders als im Hinspiel, das die Traunsteiner mit 103:78 deutlich dominiert hatten, wurde es dadurch noch einmal spannend.  Vor allem Liam Welke und Kapitän Michael Kaiser brachten die Gastgeber immer näher heran. Zu Ende des Spielabschnitts war der Vorsprung der TVTler auf 52:49 geschrumpft.

Nun entwickelte sich ein dramatisches Schlussviertel, in dem sich die Großen Kreisstädter durch fünf Punkte von Andy Stafford zunächst ein Polster erarbeiten konnten. Doch die Mittelfranken hatten Blut geleckt und wollten nun unbedingt noch den Heimsieg erreichen. In der 36. Minute gingen sie nach drei verwandelten Freiwürfen von Matthias Schlindwein mit 59:58 in Führung. Daris Krivic und Stefan Gruber antworteten zum 62:61 für den TVT. In der hart umkämpften Schlussphase gelang es in der Folge zwei Minuten lang keinem der Teams, den Ball im Korb unterzubringen, bis Tobias Übbing mit einem Freiwurftreffer zehn Sekunden vor Schluss zum 62:62 ausglich. Der Ball lief nun schnell durch die Reihen der Traunsteiner, bis er zu Chris Roll fand, der seinem Team nervenstark mit der Schlusssirene von der Drei-Punkte-Linie den viel umjubelten Sieg sicherte.

„Es war ein guter Sieg für den Verein, aber unsere Leistung war nicht gut“, befand Aaron Mitchell. „Wenn wir so spielen, können wir nicht erwarten, die nächsten beiden Spiele zu gewinnen. Wir müssen uns bis dahin verbessern“ Am Samstag kommt der MTV 1879 München in die Traunsteiner AKG-Sportarena, der direkt hinter den TVTlern auf Rang sechs der Tabelle liegt. Die TS Herzogenaurach ist durch die Heimniederlage auf Platz neun zurückgefallen und könnte nun noch in den Abstiegsstrudel geraten, wenn ihr nächstes Spiel gegen den Elftplatzierten TSV Weilheim verloren geht. Weilheim ist auch der letzte Gegner für die Traunsteiner, wenn in zwei Wochen am 25. April das Saisonfinale in der AKG-Sportarena stattfindet.

Es spielten:

TS Herzogenaurach: Matthias Schlindwein  (17/2), Juan Reile (11/1), Liam Welke (11), Michael Kaiser (10), Tobias Übbing (9), Paul Klaußner (3/1), Hannes Klaußner (1), Tim Geus, Eric Naumann, Marcus Schorner.

Chiemgau Panthers: Bartautas Linartas (13/2), Chris Roll (12/2), Andrew Stafford (10/1), Stefan Gruber (9), Daris Krivic (8/1), David Heuwinkel (4), Lukas Blank (4), Devin Beraz (3/1), Heye Gädt (2), Paul Kretzschmar.